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Ursprungsdeklaration und Palmöl

Ursprungsdeklaration und Palmöl

Phlow
Phlowbearbeitet vor 2 Jahren
Liebe Migros
Beim Einkauf für ein Fest wollte ich auf günstigere Produkte (M-Budget) und Backmischungen zurückgreifen. Bei GENAUERER Betrachtung ist mir dabei folgendes aufgefallen:
M-Budget Produkte sind KEINE CH-Produkte:
-Trockenfleisch aus Brasilien
-Pizzakäse aus Europa
-Kräuterfrischkäse aus Dänemark
-...

Das fällt aber erst bei sehr genauer Betrachtung der Rückseite des jeweiligen Produktes auf. So etwas sollte gross und deutlich deklariert sein, das wäre ehrlich. Ich bin mir sicher, dass viele kein Brasilianisches Trockenfleisch oder Dänischen Frischkäse essen wollen.

Beim Kauf der Backmischung für Vanille-Muffins habe ich gesehen, dass in der Schokoglasur Palmöl drin ist. Wer das sehen will, muss ebenfalls sehr genau hinschauen.
Wird es nicht Zeit, dass die Migros Verantwortung übernimmt und palmölhaltige Produkte aus dem Sortiment schmeisst? Dann kosten diese Muffins halt 10 Rappen mehr - na und?

Danke, habe fertig.

Gruss, Phlow

9 Antworten

Letzte Aktivität vor 2 Jahren
  • M-Infoline
    moderator
    M-Infolinevor 2 Jahren
    Hallo Phlow

    Danke für deinen Post.

    Alle Artikel aus Schweizer Fleisch haben auf der Preisetikette ein Schweizerkreuz. Somit erkennt man diese leicht auf einen Blick.

    Speziell beim Trockenfleisch gilt: Wir haben etliche Alternativen, welche aus Schweizer Fleisch hergestellt sind, so z.B. Spécialité Suisse Bünderfleisch, TerraSuisse Bündnerfleisch, TerraSuisse Hobelfleisch etc. Diese werden noch mit regionalen Spezialitäten ergänzt wie Heidi Berg-Bündnerfleisch, Walliser Trockenfleisch, Gruyère Trockenfleisch, Appenzeller Mostbröckli, etc. Vom Gesetz her müssen sehr viele Informationen auf die Preis- und Deklarationsetikette. Diese sind gut lesbar und halten die Bestimmungen ein.

    Die Migros setzt sich seit rund 20 Jahren so konsequent und wirkungsvoll wie kaum ein anderes Unternehmen für nachhaltiges Palmöl ein. So kennt die Migros bei 98 Prozent des verwendeten Palmöls die Plantagen, auf denen die Palmen angebaut werden. Dabei stellt die Migros sicher, dass auf diesen Plantagen unter anderem keine Regenwälder abgeholzt, keine Torfmoore zerstört und keine kritischen Pestizide verwendet werden. Auch was die sozialen Bedingungen betrifft, stellt die Migros klare Anforderungen. Die Plantagen werden regelmässig von der unabhängigen Organisation The Forest Trust (TFT) überprüft. Mit diesen Forderungen geht die Migros weit über die Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) hinaus. RSPO ist ein Mindeststandard für die Migros und damit noch nicht die Lösung, aber ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Produktion, denn weltweit ist bislang erst rund 20 Prozent der Palmöl-Produktion zertifiziert.

    Wir können das Palmöl nicht einfach ersetzen, denn es hat viele Vorteile, welche in der Nahrungsmittelindustrie wichtig sind. Palmöl ist bereits bei Zimmer- und Kühlschranktemperatur fest (dies im Gegensatz zu Oliven-, Rapsöl etc.) und muss deshalb nicht gehärtet werden. Das ist ein Vorteil in der Produktion, denn beim unvollständigen Härten entstehen die unerwünschten Transfettsäuren. Zudem lässt es sich hoch erhitzen. Ein weiterer Vorteil von Palmöl ist seine Stabilität. Aufgrund seiner Zusammensetzung reagiert Palmöl wenig empfindlich auf den Einfluss von Hitze und Sauerstoff (Oxidation), was ein technologischer und qualitativer Vorteil ist, vor allem bei lang haltbaren Produkten. Um Palmöl zu ersetzen, müsste man bei vielen Produkten die Rezepturen ändern, was nicht in jedem Fall zum Vorteil des Produktes wäre bzw. bei manchen Produkten kaum möglich ist.
    Wenn Palmöl ersetzt und dafür ein anderes Öl eingesetzt wird, sind wir mit den gleichen Problemen konfrontiert. Palmöl besitzt die höchste Flächenproduktivität. Würde also Palmöl durch ein anderes Öl oder Fett ersetzt, würden sich die verfügbaren Flächen nur noch weiter verknappen, da für die gleiche Menge des Rohstoffes, eine viel grössere Fläche benötigt würde. Damit würde sich der Druck auf den Regenwald und weitere schützenswerte Naturgebiete weiter erhöhen. Aus diesen Gründen setzt sich die Migros dafür ein, dass es nachhaltig produziert wird und so der Druck auf die Produzenten, nachhaltig anzubauen, weiter steigt. Dank der Migros und dem WWF schliessen sich immer mehr namhafte Abnehmer dieser Forderung an. Dank diesem Engagement hat die Migros im neusten Palmöl-Rating des WWF die Bestnote erreicht und nimmt weltweit unter 137 Unternehmen einen Spitzenplatz ein.

    Liebe Grüsse,
    Angela


  • Traberli
    Traberlivor 2 Jahren
    Wow eine ausführlich Antwort. Klasse 👍 .↵↵Das Problem ist einfach es werden nur 2 Optionen geboten.↵Und sehr viele, Trend steigend, möchten am liebsten die 3. Option 😉↵1. Mit Palmöl↵2. Mit “Nachhaltigem“ Palmöl↵3. KEIN PALMÖL↵↵Das ist halt das Problem. Und ich merke um mich herum es werden mehr die in viiiielen Bereichen komplett umdenken.
  • Federwolke
    Federwolkevor 2 Jahren
    Alle Artikel aus Schweizer Fleisch haben auf der Preisetikette ein Schweizerkreuz. Somit erkennt man diese leicht auf einen Blick.

    So wie hier?
    https://migipedia.migros.ch/de/hirschpfeffer-222822060000
    Und im Kleingedruckten steht dann: 60 % Neuseeland, 40 % Europa (aus Erfahrung ist damit meist Polen oder andere Länder in Osteuropa, allenfalls noch Österreich gemeint).

    Immerhin versteckt die Migros nicht mehr, dass sie die Kunden für dumm hält, sondern steht dazu - dieser Umstand soll an dieser Stelle auch mal ausdrücklich gelobt werden.

    Und nein: Es gibt kein nachhaltiges Palmöl, auch wenn ihr uns das noch jahrelang vorbetet. Aber ja, das Engagement ist besser als nix. Trotzdem wird auch die Migros irgendwann die Zeichen der Zeit erkennen - spätestens wenn sie weitere Kundenabwanderung hinnehmen muss. Oder wieso wurde schon bei einzelnen Produkten vom so vehement verteidigten Palmöl auf Alternativen umgestellt, was nach eigenen Angaben noch vor wenigen Jahren ja gar nicht möglich war? ;-)
  • M-Infoline
    moderator
    M-Infolinevor 2 Jahren
    Hallo Federwolke

    Es stimmt, dass sich viele Kundinnen und Kunden palmölfreie Produkte wünschen. Dieses Bedürfnis haben wir erkannt und versuchen diesem nachzukommen.

    Dass wir sämtliche Artikel sofort umstellen, ist unrealistisch. Wie du schon erwähnt hast, ist es uns bei einigen Produkten bereits gelungen das Palmöl zu ersetzen.

    Das Thema ist bei uns aktuell. Eine Umstellung werden wir sicher auch in Zukunft noch bei anderen Produkten vornehmen.

    Liebe Grüsse,
    Angela
  • M-Infoline
    moderator
    M-Infolinevor 2 Jahren
    Hallo Federwolke

    Danke für den Link zum Hirschpfeffer. Du hast natürlich Recht, das Schweizer-Kreuz sollte keinesfalls auf dieser Seite erscheinen. Vielen Dank für deinen Hinweis.

    Ich habe veranlasst, dass dieses so schnell wie möglich entfernt wird.

    Liebe Grüsse,
    Angela
  • Phlow
    Phlowvor 2 Jahren
    Hallo Angela

    Danke für deine Antwort.

    Dass es etliche Alternativen aus Schweizer Produktion gibt stimmt - davon habe ich auch Gebrauch gemacht.

    Bezüglich Palmöl kann mich die Beweihräucherung nicht erfreuen. RSPO ist auch nur das beste Label im Bereich, weil es das einzige Label ist. Wie du schreibst ist es ein Mindeststandard. Von Nachhaltigkeit kann nur entfernt die Rede sein.
    Klar ist Palmöl das Öl mit der grössten Flächenproduktivität - sogar bei weitem. Die Frage ist immer zu welchem Preis. Die steigende Nachfrage nach diesem Produkt kann gar nicht nachhaltig gedeckt werden. Eine wirklich nachhaltige Produktion kann nur erreicht werden, wenn die Nachfrage danach sinkt. Das muss primär vom Hersteller ausgehen. Auch Nestlé behauptet Palmöl dringend zu brauchen. Das ist Augenwischerei. Rapsöl kann auch durchgehärtet werden. Das kommt z.B. im Blätterteig der Migros zur Anwendung (grosses Bravo!!!).

    In diesem Bereich sehe ich den Handlungsbedarf so, dass das Angebot die Nachfrage regulieren muss - die Verantwortung liegt also nicht nur bei den Konsumenten, sondern stark bei den Produzenten.

    Auch wenn die Migros in diesem Bereich nicht schläft, gibt es noch viel zu erreichen.

    Lieber Gruss
    Phlow
  • Federwolke
    Federwolkevor 2 Jahren
    Danke für die Bemühungen. Ich glaube jedoch kaum, dass das Schweizerkreuz (es befindet sich auch auf der Verpackung) vom Hirschpfeffer verschwinden wird. Handelt es sich doch bei diesem neu geschaffenen "Swiss-Label" nicht um ein Versehen, sondern um einen gezielten Marketingtrick, der allem übergestülpt wird, was in der Schweiz produziert wird (in diesem konkreten Fall wird bei uns einfach das Fleisch gekocht und die Sosse hergestellt). Man wird wahrscheinlich im gesamten Migros-Sortiment noch viele ähnlich gelagerte Fälle finden. Nun ist es den meisten Konsumenten wahrscheinlich bewusst, dass der Hauptbestandteil Kakao in einer Schweizer Schokolade nicht in den Schweizer Urwäldern gewachsen ist. Beim Hirsch, der in der Schweiz lebt und auch bejagt wird, ist ein solches Label hingegen - ich nenne es mal unverblümt - ein Ettikettenschwindel. Auch wenn es im Kleingedruckten auf der Rückseite steht, dass es sich hierbei um Fleisch vom andern Ende der Welt handelt: Wer liest das schon, wenn vorne auf der Verpackung das Schweizerkreuz prangt?
  • Phlow
    Phlowvor 2 Jahren
    "Hergestellt in der Schweiz mit Fleisch aus Brasillien."
    Herkunft: Brasillien --> das wäre ehrlich, zudem gehört eine solche Deklaration prominent auf die Vorderseite eines Produktes. Aber das wird nicht geschehen. Die Argumentation, dass die Nachfrage mit CH Fleisch nicht gedeckt werden kann hat kaum Berechtigung. Solange die Grossverteiler bis Ladenschluss das volle Sortiment anbieten wollen, wird es Food - waste geben.

    Aber das greift wohl zu weit.
  • M-Infoline
    moderator
    M-Infolinevor 2 Jahren
    Hallo Federwolke

    Wir haben die Abklärungen vorgenommen und können somit bestätigen, dass kein Schweizerkreuz auf der Verpackung vorhanden ist.

    Den Fehler im Internet haben wir inzwischen behoben.

    Liebe Grüsse,
    Angela