Die Migros setzt sich für den Schutz der Moore ein oder doch nicht | Migros Migipedia
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Die Migros setzt sich für den Schutz der Moore ein oder doch nicht

Die Migros setzt sich für den Schutz der Moore ein oder doch nicht

IF01234567
IF012345675 anni fa
«Der Rohstoff Torf stammt aus Mooren, die seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten. In der Schweiz ist der Schutz der Moore zwar schon seit 1987 gesetzlich verankert. Doch im Ausland — zum Beispiel in Skandinavien oder in Russland — werden solche Feuchtgebiete weiterhin durch Torf-Abbau zerstört. Mit dem Verzicht auf Torferde setzt die Migros ein Zeichen gegen diesen Raubbau.»

und bietet weiterhin torfhaltige Produkte an:
torftöpfe.jpghttp://www.doitgarden.ch/de/garten/gartenbedarf/anzucht/toepfe/torf-anzuchttoepfe--6cm-rund/pp.631253500000
http://www.doitgarden.ch/de/garten/gartenbedarf/anzucht/toepfe/torf-anzuchttoepfe-8cm--rund/pp.631253200000
http://www.doitgarden.ch/de/garten/gartenbedarf/anzucht/toepfe/torf-anzuchttoepfe-strips-6cm--quadratisch/pp.631253600000

7 risposte

Ultima attività 5 anni fa
  • Anonimo
    Anonimo5 anni fa

    Verena Diener von den Grünen meinte 2010 folgendes:

    >>> Obwohl in der Schweiz der Abbau von Torf verboten ist, werden jährlich geschätzte 150 000 Tonnen aus dem Ausland importiert, die hauptsächlich im Gartenbau Verwendung finden. Während die Moore in der Schweiz per Bundesverfassung geschützt sind, verursacht der Torfimport im Ausland grosse Umweltschäden. Durch die Zerstörung der Moore, die äusserst seltene Tiere und Pflanzen beherbergen, werden wichtige, über Hunderttausende von Jahren gewachsene Biotope unwiderruflich zerstört. Torf ist ein effizienter Kohlenstoffspeicher, der sich durch Zersetzung im Boden in Kohlendioxid umwandelt. Der jährlich in die Schweiz importierte Torf verursacht Treibhausgasemissionen in der Höhe von rund 300 000 Tonnen CO2. Abbau und Verwendung von Torf sind also in keinerlei Hinsicht nachhaltig. Die Schweiz belastet ihre Klima- und Ökobilanz unnötig, denn Alternativprodukte sind zumindest für den Hobbygartenbau vorhanden. <<<

    Was viele nicht wissen, in der Schweiz sind längst nicht alle Moore geschützt. Man kann Torf in der Schweiz völlig legal abbauen, verkaufen und erwerben. Auf der Verpackung oder dem Lieferschein steht dann nicht Torf sondern Dünger. Wirklich torffreie Gärten, Grün- oder Parkanlagen gibt es nicht, auch wenn es gerne behauptet wird. Wem die Umwelt am Herzen liegt, sollte aber auch auf die Verwendung von Trofersatzprodukten verzichten. Diese Produkte enthalten fast immer Kokosfasern von Kokospalmen die nicht bei uns wachsen. Es gibt auch welche auf der Basis von Rindenhumus, Fertigkompost oder Holzfasern, aber auch die sind kein Torfersatz, obwohl sie als das verkauft werden. Die Qualitäten von natürlichem Torf sind mit nichts anderem erreichbar. Dswegen sollte man den Torfhaltigen Boden im eigenen Moorbeet pflegen und erhalten. Nachsäuern kann man auch selber, biologisch, gratis aber nicht ohne Arbeit.

    Blaue Hortensie bei Migros-Doit-Garten
    Blaue Hortensie

    Die roten Hortensien sind die selben Pflanzen in gewöhnlicher Blumenerde. Die blaue Farbe kommt durch das saure Substrat, dem Torf, zustande.
  • IF01234567
    IF012345675 anni fa
    Danke @deactivated user für deinen sehr informativen Input. Das mit den Hortensien wusste ich noch gar nicht und habe gleich danach gesucht und noch folgendes dazu gefunden: "Weiße und reinrote Hortensien behalten Ihre Farbe, gleich welcher pH-Wert der Boden hat und sind nicht für das Blaufärben geeignet."
  • Anonimo
    Anonimo5 anni fa
    Das ist nicht ganz richtig. Wer Hrotensien im Garten haben will, wird oft enttäuscht, weil die gekauften Pflanzen entweder noch im selben Jahr sterben oder den Winter nicht überleben. Am besten kauft man sich eine Pflanze im Jänner, von der man sich Stecklinge zur Vermehrung abzwickt. Im sauren Boden werden die dann meist blau und in alkalischem Boden rot, weiss oder grün wie die Mutterpflanze. Die Stecklingsaufzucht ist nicht schwer aber auch nicht ganz einfach, man muss die Pflanzen lieben und wissen was man tut. Dafür bekommt man damit Hortensien ums Haus, die bei uns wunderbar spriessen. Die Lage das Substrat und die Bewässerung sind natürlich auch wichtig. Ich habe einen alten, selbstgezogenen, meterhohen Busch der jedes Jahr blaue und rote Blütenballen hervorbringt.

    Die Natur lässt sich nicht in Schubladen stopfen, die macht was sie will, deshalb sollten wir sie schützen und erhalten. Da wo sich die Natur wohlfühlt, da gedeiht sie ausgefallen, wunderschön und schenkt einem nicht selten wunderbare Farben oder Früchte.
  • Anonimo
    Anonimo5 anni fa
    «Die Schweizer Torfimporte belaufen sich jährlich auf bis zu 150'000 Tonnen.»
    https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/spezialkulturen/ersatzprodukte-besser-als-torf-27315.html

    @Migros
    Sind bei der Migros auch Pflanzen mit Torf im Substrat erhältlich? Oder kann man bedenkenlos Topfpflanzen, Gemüsesetzlinge u.s.w. kaufen, ohne Angst haben zu müssen, auch Torf mitzukaufen?
  • Anonimo
    Anonimo5 anni fa
    Es nützt nichts hier deine erste Frage zu stellen, denn beim MGB weiss das keiner, das sind nur Bürohengste. Vermutlich weiss das noch nicht mal ein Verkäufer aus dem Gartencenter, die nehmen die Pflanzen ja nicht aus den Töpfen heraus.
    Die meisten handelsüblichen Gartenerden bestehen überwiegend aus Torf oder haben einen beachtlichen Anteil an Torf. Deklariert ist das aber in den seltensten Fällen. Selbst Erden mit der Bezeichnung "Torffrei" enthalten Torf weil Ottilie-Normal-Hausfrau sonst zu schnell vertrocknete Blümchen hätte. Deswegen ist "torffreie" Erde meist gedüngt. Das heisst aber nicht, dass man nirgends torffreie Erde bekommt. Es ist aber einfacher die billigste Blumenerde zu kaufen und sie selbst so zu mischen, bis sie für die jeweiligen Bedürfnisse der Pflanzen optimal ist.
    Bei Pflanzen in den Kübeln oder Containern im Gartencenter ist die Zusammensetzung der Erde oft unbekannt, weil die Center von verschiedenen Händlern beliefert werden und nicht oder nur selten von ein und der selben Gärtnerei. Kauft man heute Callas in SG, ZH, LU, BS, BE und GE haben alle sechs zwar die gleiche Verpackung wurden sehr wahrscheinlich aber von ganz verschiedenen Gärtnereien auf die Verkaufsgrösse aufgezogen.
    Torf hat es in allen Töpfen, denn damit lässt sich die Feuchtigkeit besser steuern. Je nach Pflanze ist er entweder mit der Blumenerde gemischt, eher oben, nur am Rand oder im unteren Bereich des Topfs. Er ist aber nicht nur Feuchtigkeitsregulator sondern auch Dünger und oft das Depot für verabreichte Wachstumshormone. Mit etwas Garten-Erfahrung kann man anhand der Lage der Torfs im Topf einiges über die Pflanze und deren Aufzucht erfahren, doch präzise Erklärungen dazu würden den Rahmen hier sprengen.

    Oft findet man in den Töpfen von gekauften Pflanzen auch Lavagranulat, dafür dann aber selten Torf. Die Steinchen dienen wie der Torf zur Feuchtigkeitsstabilisierung, versorgen die Wurzeln aber auch mit Sauerstoff und Natrium. Lava ist die natürliche Form von Seramis oder dem früher verwendeten Blähton, was beides für Grossgärtnereien zu teuer ist. Pflanzen aus Billigproduktionen haben nicht selten sowas wie Katzenstreu im Topf, was biologisch betrachtet nicht die schlechteste Methode ist, nur müffeln die halt gern und die Pflanzen kommen dann zumeist aus Treibhausplantagen. Bei Kräuterpflanzen findet man öfters Bimsstein und manchmal sogar Keiselsteinchen oder Ziegelscherben. All diese verschiedenen Zugaben in der Topferde haben eine oder mehrere Bedeutungen.

    Wenn Torf im Garten richtig eingesetzt wird, dann spriessen und gedeihen die schönsten Pflanzen, aber es wäre schon gut, wenn man weiss was man tut und warum man es tut. Es wäre schlecht aus Unwissenheit Torf zu verurteilen oder gänzlich zu meiden. Wer aber unbedingt wissen möchte ob es im Topf der gekauften Pflanze Torf drin hat, der sollte sich ein ph-Messgerät zulegen und vorher einige Bücher zum Thema Boden und Substrat lesen. Anhand des gemessenen Werts, der Farbe und Konsistenz der Erde im Topf, zusammen mit dem Gewicht und der Feuchtigkeit, kann man bereits einige optische Rückschlüsse ziehen. Das ist alles keine Hexerei, dazu muss man noch nicht mal Gärtner sein, ich bin auch keiner. Aber man sollte Freude daran haben und Pflanzen lieben, sonst wird auch ein autodidaktes Studium zu einer faden Geschichte.

    Zu deiner zweiten Frage:
    Vor dem Torf musst du keine Angst haben. Wenn du einen Garten hast, der irgendwann mal, Vielleicht nach dem Hausbau, von einem Gärtner hergerichtet wurde, dann hast du schon Torf im Garten. Auch wenn du irgendwann mal Blumen- oder Gartenerde gekauft hast oder sie dir geliefert wurde, hast du Torf im Garten. Es gibt nur wenige Topfpflanzen die keinen Torf vertragen und die meisten Gemüsesetzlinge wurden in in Torftöpfchen gesäht. Aber das ist kein Grund zum verzweifeln. Ziehe im nächsten Jahr dein selbst Gemüse aus Samen und damit du bis dahin Torffreie Erde hast, kaufst du dir zwei Bokashi-Eimer. Diese Erde ist dann garantiert Torffrei.

    Zu deinem Link:
    Torfersatzprodukte sind nicht besser als natürlicher Torf, das ist lediglich ein Verkaufsslogan. Wie in dem Artikel zu lesen, bieten diese sogenannten Ersatzprodukte keinen guten Nährboden. Maisstroh, Holz-Häcksel oder Rindenkompost bestehen aus Zellulose, bieten selber keine Nährstöffe und müssen daher mit Landerde gemischt werden. Landerde ist nichts anderes als ein Teil des humosen Ackerbodens, in dem Agrarprodukte wachsen. Agrarboden wird gedüngt, hauptsächlich mit tierischem Dünger aber auch mit Pflanzlichem, der meistens grosse Anteile an Torf besitzt. Wie bereits in meinem ersten Beitrag hier angemerkt, wird Torf fast immer als Dünger deklariert. In den Mischungen hat man somit auch wieder Torf, meist Importierten.
    Bei den Ersatzprodukten wird die Säure mit der Zersetzung der Zellulose im Substrat erreicht, hält aber nicht an und nachsäuern ist damit kaum möglich, kontrolliert schon gar nicht. Schön finde ich, dass man den Weihnachtsstern angesprochen hat, denn den anzuziehen ist wirklich keine Kunst. Diese sogenannten Ersatzprodukte sind für Topfpflanzen gedacht, wie den Weihnachtsstern, damit man mit geringen CO2 Werten werben kann. Ausserdem benötigen die Bauern, bis zu endgültigen Fall der Exportsubwentionen 2020, neue Märkte für ihre Produkte. Da kann der Versuch den Grossisten ein X für ein U vorzumachen nicht schaden. Am Ende ist der gelackmeierte aber wieder der Konsument, denn Torfersatzprodukte sind wirklich ein Fall für die Bio-Tonne. Für den Garten und für Moorbeete sind sie unbrauchbar.

    Wer nicht glauben will, dass Torfersatzprodukte kein Ersatz für Torf sind, der soll die Migros dazu auffordern ihre geliebten Ölpalmmen darin zu pflanzen. Die benötigen drum die Torfböden von ehemaligem Regenwald um zu gedeihen und genügend Öl zu liefern. Ich bin ja gespannt, ob die Migros sich in 10 bis 20 Jahren ihrer Verantwortung stellt, wenn die Böden der Palmölplantagen ausgelaugt sind. Wer zugunsten kurzfristiger Gewinne, Raubbau an der Natur begeht, handelt unbesonnen. Aber das betrifft auch die Südostasiaten, die heute bereit sind, ihre üppige und prächtige Natur für eine Hand voll Dollar zu zerstören.
  • Anonimo
    Anonimo5 anni fa
    Die Migros antwortet halt nicht gerne auf solche (heikle) Fragen, sie hat eben noch immer (!) ein viel zu "gutes" Image! Leider sieht es aber in der Realität meistens nicht so schön aus!
  • Tanja_Migros
    Tanja_Migros5 anni fa
    Hallo zusammen



    Seit 2013 verzichtet die Migros bei allen Erden-Produkten (Migros Eigenmarken und Fremdmarken) komplett auf den Verkauf von torfhaltigen Erden und bauen den Anteil an Bio-Erden (organische Aufdüngung) fortlaufend aus.




    In enger Zusammenarbeit mit unseren Produzenten und Lieferanten arbeiten wir daran, den Anteil an anderen torfhaltigen Produkten weiter zu senken. Dabei sind wir aber auf die Verfügbarkeiten von Alternativen im Produktionsmarkt angewiesen. Produzenten richten sich an bestehenden Normen, Gesetzen und Verordnungen aus und suchen innerhalb dieser Vorgaben nach den optimalen Produktionsmöglichkeiten. Im Bereich der Pflanzen sind wir per heute aufgrund ungenügender Mengen an Alternativprodukten noch nicht in der Lage, vollständig auf torfhaltige Erden in diesen Töpfen zu verzichten, da Torf seitens der Produzenten aufgrund der positiven Eigenschaften nach wie vor mehrheitlich eingesetzt wird.




    Wir arbeiten hier aber bereits an ersten Umstellungen auf torffreie Substrate. Im Bereich der Anzuchtprodukte sind wir zum Beispiel ab der Saison 2017 in der Lage, auf torffreie Produkte umzustellen, weitere Produkte werden folgen.




    Liebe Grüsse

    Tanja