Verpackung, Plastiktüten, Brotbeutel, Nachhaltigkeit, Cradle to Cradle, Abfall, Müll - | Migros Migipedia
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Verpackung, Plastiktüten, Brotbeutel, Nachhaltigkeit, Cradle to Cradle, Abfall, Müll -

Verpackung, Plastiktüten, Brotbeutel, Nachhaltigkeit, Cradle to Cradle, Abfall, Müll -

Gast
Gastvor 9 Jahren
Als regelmässiger Kunde in Ihren Filialen fallen mir seit langer Zeit einige Punkte auf, die ich mir selbst nicht erklären kann. (Leider sieht es bei der Konkurrenz nicht besser aus)

1- Weshalb sind fast ausnahmslos alle Bio-Produkte in Plastik verpackt? Um die Formulierung vielleicht etwas auf die Spitze zu treiben: Warum ist der "schlechte" Apfel gut verpackt (nämlich gar nicht) - und der "gute" Apfel schlecht verpackt (alles in Plastik)? - Ich kann mich irren, aber sind nicht meistens die Kunden die Bio Kaufen auch die, die sich sicher auch Gedanken über Abfall machen?

2-Warum sind die Säcke in der Früchte & Gemüseabteilung nicht ebenfalls aus Papier? Wäre es nicht schön nach Hause zu kommen die 5 Äpfel aus der Recycling-Tüte zu nehmen und die Tüte wieder zurück in's Altpapier legen zu können? Sollten wir uns nicht darauf konzentrieren das Verpackungen aus Plastik nur dort zur Verwendung kommen sollten wo es unerlässlich ist? Da gehört unverarbeitetes Gemüse bestimmt nicht dazu.

3- Weshalb sind die Brotsäcklein für die Brötchen aus perforiertem Plastik? Das paradoxe daran ist doch, dass die Brote nach wie vor in Papiersäcken verkauft werden . Weshalb ist Plastik besser für Brötchen und Papier für Brote? Weshalb in den Papier-Brotsäcken ein (teures) Plastik-Sichtfenster ist, obwohl sie nach vorne offen einsehbar sind, war mir auch noch nie klar?

4-Mich interessiert wieviel die Differenz in CHF für die gesamten Migros Betriebe von Recyclingpapiertüten (konsequenterweise in der Schweiz produziert), gegenüber Plastiktüten in der Gemüse, Früchte und Brot Abteilung pro Jahr ausmachen würde? Bestimmt haben Sie ja irgendwann einen Vergleich anfertigen lassen?

5-Inwiefern machen sich Produkt-Manager Gedanken über eine "Cradle to Cradle" Lösung/Linie. Wie zum Beispiel mit Papiertüten in den vorangegangenen Abteilungen würden Sie praktisch keinen Müll mehr produzieren, ausser Altpapier das wiederverwendet werden kann. Und wie stark würde der Umsatz in diesen Abteilungen steigen, wenn Sie der erste Grossverteiler sind der so ein Konzept umsetzt und vermarktet?

6-Wann wird es endlich ein grossen Detailhändler geben der die Bedürfnisse seiner Kunden nach "nachhaltigen Produkten" in den Bereichen Herstellung/Lagerung, Transport und Verpackung wirklich ernsthaft wahrnimmt und konsequent und erkennbar für alle umsetzt.

7-Weshalb nehmen Entscheidungsträger solche Veränderungen vor, die offensichtlich mit logischem Menschenverstand nicht erklärbar sind? Denn langfristig werden doch nur nachhaltige, verständliche und ganzheitliche Lösungen rentabel sein.

Diese Fragen und Bemerkungen sind nur ein Bruchteil der Gedanken die mir als Kunde durch den Kopf gehen, wenn ich durch Ihre Filialen gehe. Ich möchte mir nicht vorstellen wieviele Kunden es in der Schweiz gibt die so in Ihren Alltag involviert sind und nie die Zeit haben bzw. die Wichtigkeit sehen sich als Konsument bei Firmen zu melden wenn ihnen etwas nicht ganz klar ist.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Deshalb freue ich mich auf Ihre ausführliche Antwort und verbleibe mit den besten Wünschen

3 Antworten

Letzte Aktivität vor 9 Jahren
  • ninina_2
    ninina_2vor 9 Jahren
    Diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt. Bin ja gespannt, ob dazu einer Stellung nimmt...
  • Frederica
    Fredericavor 9 Jahren
    Hallo cgar,

    für die ersten zwei Punkte habe ich Dir eine Antwort. Punkt drei ist in Gesetzen und Verordnungen geregelt. Der Rest ist Migros spezifisch, also kann ich nicht beantworten.

    … Bio ist so verpackt, dass der Käufer tatsächlich weiss, dass es sich um Bio handelt. Werden Bio Früchte oder Bio Gemüse einzeln verkauft, werden diese mit einem Kleber versehen. Wären die Bio Produkte nicht gekennzeichnet, könnte man diese ja wahllos mit Produkten aus konventionellem Anbau vermischen.
    Ich habe leider die Fähigkeit nicht einen Bio Apfel von einem üblichen zu unterscheiden.
    -o-
    Die Beutel in den Früchte- und Gemüseabteilungen sind durchschaubar, damit die Produkte an der Kasse einsehbar sind. Es gibt Produkte wie z. B. Kohlrabi, die zum Stückpreis verrechnet werden, brauchen alsdann kein Etikett und werden an der Kasse gezählt. Einen Schgarnùz (Papiersack) müsste jedes Mal überprüft werden.
    -o-
    Mehr Information findet Du in de Verordnung über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln oder in den produktspezifischen Verordnungen der Lebensmittelgesetzgebung.

    Gruss Istanbul
  • Gast
    Gastvor 9 Jahren
    Hallo Istanbul, danke für deine Antwort.

    Wie du dir vorstellen kannst habe ich mir auch schon etliche Gedanken darüber gemacht. Da ich von Beruf her Einkäufer (Hotellerie) bin, kann ich mir die Betriebswirtschaftlichen und Gesetzlichen Argumente meist selbst geben

    Es geht mir hier mehr darum unsere tagtägliche Praktik kritisch zu hinterfragen und von einem der grössten Detailhändler zu erfahren, weshalb sie sich für gewisse Lösungen entschieden haben.
    Es gibt leider zuviel Menschen die sich damit begnügen das es halt Gesetz, effizienter, praktischer oder billiger ist etc. (oder einfach wie wir in der Schweiz zu sagen pflegen "es sich eso, und fertig!)

    Ich finde jedoch das die Konsequenzen unseres Handelns einen viel grösseren Effekt haben als wir uns das bei unseren kurzen Einkaufen überhaupt vorstellen können.
    Genügend Beispiele haben wir ja tagtäglich genug.

    Zu deinen Antworten:
    Das Problem mit der Erkennbarkeit ist bei Frischwaren so oder so gegeben. Wer sagt denn das die Äpfel nicht vor dem Einpacken vermischt wurden? Das selbe mit Fleisch / Fisch in der Theke (nicht nur das MHD ist da ein Problem der Nachvollziehbarkeit)

    Also kann denn wirklich die Lösung sein alles in TONNENWEISE PLASTIK zu verpacken??? Die Natur hat alles (fast) perfekt Verpackt und wir Menschen müssen noch KURZ BEVOR WIR ES ESSEN noch schnell in UNVERROTTBARES Material einpacken - wie gesagt meist für 1Stunde - bis Sie zuhause sind und in der Früchteschale landen?

    Ich möchte gar nicht daherkommen wie irgendein ÖKO Typ mit Räucherstäbchenmentalität... ich frage mich schlicht und einfach: ist das wirklich nötig?

    Die andere Frage ist doch: Kann man dem Konsumenten vorwerfen es sich so einfach wie möglich zu machen? D.h. wenn da Plastiktüten hängen, oder es die Äpfel in BioQualität halt nur in Plastik gibt, einfach zu kaufen?

    Sind da nicht eher die Unternehmer gefragt (und auch hochbezahlt!) um diese Probleme zu Lösen bevor sie überhaupt entstehen? Deshalb gibt es doch so viele Studierte und hoch dotierte Kräfte im Management / Verwaltungsrat. Um sich doch um eben solche Konsequenzen Gedanken zu machen... und nicht einfach die kleinen Plastiktüten im einzelnen zu sehen...

    Anders gefragt: Fals die Migros betrag X mit Plastiktüten gegenüber Papiertüten spart, dafür aber ein Matterhorn an Plastiktüten jedes Jahr "verteilt". Wie kann man das vergleichen? Wer trifft mit gutem Gewissen diese Entscheidung? - oder behält sie bei?

    Meiner Meinung haben wir ein SYSTEM-PROBLEM. In unserer "Welt" werden leider nicht immer "schlechte" Dinge bestraft. Das die "Unsichtbare Hand des Marktes" dass schon regeln wird, stimmt nach heutigen Erkenntnissen in kleinster Weise...

    Effizienz, Nachhaltigkeit und Reichhaltigkeit sind ganz klar feinde des Profits !

    Wir müssen einsehen das eine Firma nie Ethisch handeln kann, solange es wachsen und Profit generieren muss (Genossenschaft hin oder her)

    Schluss jetzt, ich verzettle mich hier.

    Die zweite Antwort lässt sich auch mit dem selben Argument beantworten. Selten sieht eine Kassiererin den Plastiksack mit den Brötchen genau an wenn ich Ihr sage das es 4 Gipfeli und 2 Mohnbrötli sind...
    Zudem verstehe ich nicht was diese 2 Sekunden Aufwand ausmacht?
    Kreditkarten-Bezahler halten die Kasse um ein vielfaches länger auf als die Kontrolle eines Papiersacks... (und der betriebswirtschaftliche WITZ an der ganzen Sache ist dass die Läden noch bereit sind dafür Kommission zu bezahlen - plus Infrastruktur... HAHAHA...)

    Ehrlich (fast) unter uns... ist das nicht Schlimm das so oft UNSERE Umwelt für (im Vergleich) minimalste Einsparungs-Beträge derart herhalten muss.

    Es ist auch deine Luft, Dein Meer, Dein Wasser - Unsere NATUR.

    Lasst uns klein Anfangen, helft mir... schreibt Kommentare, zeigt das Euch das Interessiert und WICHTIG ist...

    ...übrigens Komisch das noch niemand von Migros geantwortet hat...

    ...Es wäre das GRÖSSTE wenn wir das Erreichen würden und die Migros / Coop das unterstützen würden... WOW - Lasst mich noch etwas Träumen....

    "All our dreams can come true, if we have the courage to pursue them." - Walt Disney