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MSC-Label und generell Nachhaltigkeit des Fisches

MSC-Label und generell Nachhaltigkeit des Fisches

mymiller
mymillervor 2 Monaten
Liebe Migros, mit Hinblick auf die aktuelle Kontroverse, welche die Dokumentation "Seaspiracy" aufwirft, sollte eine neue Diskussion geöffnet werden. Migros appelliert seit Jahren auf die Nachhaltigkeit für jüngere Generationen - Dass das im Bereich der Früchte und dem Gemüse, eventuell auch sauber für das Fleisch gewährleistet wird, lasse ich mal so stehen. Aber was das Fischsortiment angeht - vor allem die abgepackten Lachse oder Thunfischkonserven - ist euer Vorgehen enttäuschend.
Selbst wenn das MSC-Label drauf ist, garantiert dass in vielen Fällen keine wahrheitsgetreue Nachhaltigkeit. Das MSC-Label verdient 80% an jedem Produkt, welchem sie den Kleber draufdrucken können - Wer geht das genau nachschauen und "fact checked" die Fischerei?
Wer die Dokumentation gesehen hat und schon länger die Fischereiskandale mitverfolgt, sollte sich bewusst sein, dass diese Organisationen, welche unseren Meeren helfen sollten, nicht immer so sauber sind, wie wir gerne glauben möchten.
Dies ist nur ein Bruchteil der wieder aufkommenden Probleme, aber man kann nicht alles auf einmal umkrempeln. Aber ich appelliere an das Gewissen der Migros:
Liebe Migros, bitte macht eure Nachhaltigkeits-Versprechen auch im Bereich der Meeresfrüchte gelten. Auch die Meere sind wichtig für die kommenden Generationen. Bitte.

8 Antworten

Letzte Aktivität vor einem Monat
  • mymiller
    mymillervor 2 Monaten
    Danke für die Links!
    Ja, leider ist es schon länger ein Thema - Schade, dass es immer wieder solche "Kontroversen" braucht, um wieder etwas in die Gänge zu bringen. Transparenz wäre hier das Stichwort - aber so einfach ist es wohl nicht.
  • Bodenseeknusperli
    Bodenseeknusperlivor 2 Monaten
    Leider ja, ich für mich denke es ist die Auswahl vom kleinsten Übel mit MSC aber keineswegs vertrauenswürdig.
  • Marc_Migros
    moderator
    Marc_Migrosvor 2 Monaten
    Hallo und danke für die Eröffnung des Themas. Gerne nehmen wir Stellung dazu:

    Weltweit sind erst 15 Prozent der gefangenen Fische und Meeresfrüchte gemäss den Vorgaben des MSC zertifiziert. Für die Migros ist MSC ein Schritt in die richtige Richtung. MSC ist zudem nach wie vor der strengste Standard weltweit für nachhaltigen Wildfang. Die Migros ist jedoch ebenfalls der Meinung, dass der Standard stetig weiterentwickelt und verbessert werden muss. Deshalb bringen wir uns aktiv bei MSC ein und schlagen Verbesserungsmassnahmen vor. Insbesondere setzen wir uns dafür ein, dass die Fangmethoden beim Zertifizierungsprozess vermehrt berücksichtigt werden müssen. Wir stützen uns bei der Auswahl unserer Produkte auf den WWF, der all unsere Produkte entweder als „akzeptabel“ oder „empfehlenswert“ einstuft. Der WWF nimmt bei jedem Produkt unabhängige Bewertungen vor. Der Grossteil unseres Sortiments ist gemäss WWF nachhaltig. Rund 70% unseres Wildfang-Sortiments ist MSC-zertifiziert.
    Bei der Partnerschaft mit MSC fokussiert sich die Migros auf die Nachhaltigkeit der Produkte. Kritik und Verbesserungsvorschläge zu den Produkten werden von uns laufend eingebracht. Zur Geschäftsstrategie von MSC kann sich die Migros aber nicht äussern.
    Was die Kontrolle der Fischereien und des Beifangs anbelangt, gibt es je nach Fischerei zahlreiche Möglichkeiten, die Höhe und Zusammensetzung des Beifangs zu kontrollieren. In einigen Fischereien wird das über das Anlandegebot geregelt, wobei der gesamte Fang im Hafen angelandet und überprüft wird. Bei anderen Fischereien fahren Beobachter mit an Bord. Einige Fischereien haben 100% Beobachterabdeckung (das heißt, auf jeder Fangfahrt ist ein unabhängiger Beobachter dabei) aber in der Regel lässt sich das Mitfahren von Beobachtern nur seltener realisieren. Oft sind es Mitarbeiter wissenschaftlicher Institute, die die Fischerei auf einigen Fangfahrten an Bord begleiten. Der MSC schreibt nicht vor, wie überprüft werden muss, sondern was mit den Kontrollen erreicht werden muss. Eine Voraussetzung für die MSC-Zertifizierung sind effektive Monitoring- und Kontrollmechanismen, die gewährleisten, dass Regeln und Massnahmen die im Fischereimanagement festgelegt sind, umgesetzt und befolgt werden.

    Liebe Grüsse, Marc
  • mymiller
    mymillervor 2 Monaten
    Danke Marc für deine Antwort,

    Beim erneuten Durchlesen meines ersten Posts, fand ich ihn etwas angreifend - Das war nicht meine Intention.
    Ich verstehe die Schwierigkeit dieser Zertifizierung, vor allem in Bezug auf die grossen 85%, welche noch offen sind. Auch das mit den "unabhängigen Beobachtern" ist so eine Sache - Garantieren kann man es nicht, dies wurde auch thematisiert im Film. Es ist definitiv eine grosse und komplexe Diskussion, welche nicht so einfach zu lösen ist. Weder eurerseits, noch unsererseits.
    Ich würde mir einfach wünschen, dass die Migros mit ihren Nachhaltigkeitsversprechen auch die Transparenz beibehält. Die Fischerei und der übermässige Konsum ist grundsätzlich ein Problem, keine Frage - die Migros könnte den ersten Schritt in Richtung "Besserung" unternehmen. Oder, wie Du ja angedeutet hast, weiterführen.
    Solche Kontroversen entstehen leider oft nicht aus dem Nichts. Wie sehr die Vertreiber auf Nachhaltigkeit>Profit schauen, sei dahingestellt.
    Danke nochmals für die Antwort, Marc!
  • Yoliboli
    Yolibolivor 2 Monaten
    Das beste für den Meerfisch ist wohl, wenn man ihn überhaupt nicht mehr isst.
    Alles andere lässt die Meeresfische wohl oder übel aussterben. Egal welches Label die Verpackungen ziert....
  • Coacoa200
    Coacoa200vor 2 Monaten
    Sein gewissen darüber zu haben, dass man meint bei jedem Händler die Fangmethoden zu hinterfragen, aber dann Nike oder sonstige Made in Asien Klamotten zuhause zu haben.

    Die Doku weisst etliche Schwächen auf. Vieles wurde gut hinterfragt, jedoch die Aussage zu präsentieren : esst kein Fisch mer, ist lächerlich. Wenn das Fischen so ein Problem ist, hätte man ja die Doku auch auf youtube kostenlos zeigen können, jedoch steht auch beim reggiseur das Geld an erster Stelle
  • karin253
    karin253vor einem Monat
    Danke Marc, das bringt ein bisschen Licht ins Dunkel. Mitmischen klingt vernünftig. Ich wünsche mir beim Fisch - wie bei allen Frischprodukten - dass inländische Produktion gefördert und gestärkt und besser ausgezeichnet wird.
    Schweizer Standards sind zum Glück sehr hoch.