Gestopfte Gänseleber | Migros Migipedia
Startseite

Gestopfte Gänseleber

Gestopfte Gänseleber

andibaum
andibaumvor 7 Jahren
Die Migros bezeichnet sich als "nachhaltigsten Detailhändler der Welt". Gleichzeitig verkauft die Migros in der Westschweiz gestopfte Gänseleber. Das passt nicht zusammen.

Aufruf an die Migipedianer: Unterstützt mich, dass die Migros diese Produkte nicht mehr verkauft.

Falls die Zustimmung gross ist, ist für mich auch eine kleiner Test, wie erst sie die Anliegen der Nutzer von Migipedia nimmt (viele davon werden ja auch Genossenschafter und damit Eigentümer sein

30 Antworten

Letzte Aktivität vor 5 Jahren
  • Cristina_Migros
    Cristina_Migrosbearbeitet vor 7 Jahren
    Lieber andibaum

    Das Thema Stopfleber ist bei uns ein viel diskutiertes.Im Gegensatz zu Coop, der nur aus einer Genossenschaft besteht und von der Zentrale in Basel aus landesweite Produktverbote erlassen
    kann, ist die Migros anders strukturiert und die zehn Genossenschaften
    haben die Sortiments-Hoheit. Die Eigenständigkeit der Genossenschaften macht u.a. die Migros aus.

    So ist es auch zu erklären, dass wir kein nationales Verbot für den Verkauf von Stopfleber oder anderen kritischen Produkten erlassen können.Ich hoffe, diese Antwort hilft dir ein wenig weiter.
    Beste Grüsse,

    Cristina
  • thimoforrer
    thimoforrervor 7 Jahren
    Danke, dass dieses Thema angesprochen wurde.

    Die Herstellung von Stopfleber ist bekanntlich alles andere als tierfreundlich. Wie sieht das eigentlich mit dem Tierschutzgesetz aus? Ich kenne es nicht auswendig, aber meines Erachtens nach müsste eine solche Tierhaltung in der Schweiz sogar verboten sein? Das gälte dann auch für die Westschweiz und das Tessin, da unser TSG nationale Gültigkeit hat. Somit dürfte es sich bei der Stopfleber in der Romandie um Importware handeln.

    Machen wir einen Quervergleich: Bei Kaninchenfleisch (das in der Schweiz verkauft stammt zu einem sehr grossen Teil aus Ungarn) welches praktisch nur importiert wird hat die Tierschutzorganisation KAGfreiland durchgesetzt, dass der Bund sein Deklarationsgesetz anpasst. Bei Kaninchenfleisch aus dem Ausland, bei welchem der Produzent das Schweizer TSG nicht einhält, muss seit 2012 der Hinweis "Aus in der Schweiz nicht zugelassener Haltungsform" deklariert werden. In der Folge haben alle Produzenten ihre Haltungsformen überdenkt und modernisiert, so dass sie heute nach CH-TSG produzieren (zumindest in den Betriebsstätten die in die Schweiz exportieren).

    Bei der Stopfleberherstellung ist dies natürlich nicht möglich, da man die Tiere halten kann so gut man will: Bei dieser Fütterungstechnik die für die Stopfleber ja notwendig ist, kann man keine gute Tierhaltung führen.

    Ich weiss natürlich nicht inwieweit der MGB bei der Produktdeklaration mitreden kann, aber wenn es den Deutschschweizer Genossenschaften wirklich ernst ist, dann könnte man die Westschweizer zu so einem Warnhinweis zwingen. Natürlich wird Stopfleber vom Konsumenten nachgefragt, wenn er nicht weiss was dahinter steckt.

    Ich z.B. esse gerne Pferdefleisch, kaufe es seit einigen Jahren aber nur noch wenn es aus der Schweiz kommt. Warum? Weil ich weiss, wie Pferde auf Schlachtbetrieben in Kanada gehalten werden. Ich habe meine Gewohnheiten überdenkt, WEIL ich ich mich informiert habe.

    Und Konsumenten die nicht informiert werden, fragen Produkte nach die sie mögen. Verzicht braucht einen Grund und in diesem Fall ist der Grund die Hintergrundinformation.
  • Frederica
    Fredericavor 7 Jahren
    @beta92

    In der Schweiz ist das Stopfen von Gänsen und Enten - wie in vielen EU-Staaten auch - verboten. Die Überfütterung der Tiere mit Hilfe in den Hals eingeführter Stopftrichter wird als Tierquälerei angesehen. Angesichts des freien EU-Binnenmarkts wird der Import und Verkauf von Foie gras aber weiter zugelassen.
    Frankreichs Foie-gras-Industrie ist mit einer Jahresproduktion von rund 20'000 Tonnen mit Abstand die weltweit grösste. Bereits 2006 wurde die Delikatesse dort per Gesetz als «Kultur- und Gastronomieerbe Frankreichs» unter besonderen Schutz gestellt.
    Quelle: SDA
  • Gast
    Gastvor 7 Jahren
    Habe einmal im TV gesehen, wie die armen Viecher gestopft werden. Kann mich nur anschliessen - es ist eine furchtbare Quälerei.
  • Gast
    Gastbearbeitet vor 7 Jahren
    Foie gras : scandale dans les palaces parisiens ! - enquête - YouTube
  • Gast
    Gastvor 7 Jahren
    Auch die Migros-Genossenschaften in der Westschweiz und im Tessin wollen auf dieses Geschäft nicht verzichten. Die Umsätze stiegen dort jedes Jahr, sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard. Zwar werde eine komplette Auslistung immer wieder in den obersten Gremien der Migros thematisiert.«Die Migros ist aber demokratisch aufgestellt, und die Westschweizer sowie die Tessiner Genossenschaften entschieden bisher gegen eine Auslistung.»
  • Toffie
    Toffievor 7 Jahren
    Hoi Andibaum.
    Ich finds völlig unhaltbar - Ich hatte und habe Vertrauen in die Migros. Ich bin ein sogenanntes "Migros-Kind". Leider wird dieses Vertrauen immer wieder auf die Probe gestellt - sei es mit Import-Poulet in Fertiggerichten, bei qualitativ minderwertigem Hundefutter (Abfälle, Zusatzstoffe, Purina arbeitet mit Tierversuchen etc.) - und nun Gänsestopfleber im Sortiment! Vor kurzem kam auch Denner mit der Produktaufnahme ins Sortiment - auch ein Unternehmen der Migros-Gruppe.
    Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein "Nachhaltiger Detailhändler", der immer wieder ausgezeichnet wird, so handeln kann ... Ich weiss nicht, ob die verantwortlichen PM's die Bilder kennen, wie diese Quälleber produziert wird! Für mich eine Schande - und ein Grund NICHT MEHR in einen Migros-Betrieb zu gehen, bis ein offizielles NEIN publiziert wird!
  • Toffie
    Toffievor 7 Jahren
    Liebe Cristina.
    Es muss auch in einer Genossenschaft mit dezentralisiertem System möglich sein, gewisse ethische Grundsätze zu vertreten! Es geht hier um offensichtliche Tierquälerei! Dieser Tatbestand ist höher zu gewichten, als die regionalen Gepflogenheiten.

    Wie könnt ihr euch als den nachhaltigsten Detailisten bezeichnen mit solchen Produkten im Regal?

    Ich bin traurig - und die Antwort hilft überhaupt nicht weiter. Zumindest den zig-tausenden von Tieren nicht ...
    Marianne
  • Toffie
    Toffiebearbeitet vor 7 Jahren
    Lieber Fonero.

    Ist grad wie ein Hohn .... "Apps für Nachhaltigkeit" .... ist an Ironie fast nicht mehr zu toppen. Und gibt wieder einmal Einblick in die wahren Interessen eines (fast) jeden Marktteilnehmers ... PROFIT steht über allem. Dafür wird sogar offizielle Tierquälerei in Kauf genommen. Traurig.
  • Hannelore12
    Hannelore12vor 7 Jahren
    Für mich passt das Verkaufen von Gänseleber nicht mit den Versprechen der Generation M zusammen. Die Mirgos setzt sich ja bekanntlich für die Schonung der Natur ein... für mich heisst die Natur zu schonen auch das man Tiere nicht überfüttert nur damit man ein verfettetes Organ essen kann.
    Ich finde es schlimm das die einzelnen Migros Genossenschaften mit dem Verkauf von Gänseleber indirekt die Tierquälerei unterstützen, ist für mich ethisch nicht vertretbar.
    Zudem verstehe ich es nicht wieso Gänselebern verkauft werden obwohl die Art (Zwangsernährung) der Herstellung in der Schweiz verboten ist.

    Bei diesem Thema sollte man über das Geld hinwegsehen, das man verdienen kann und keine Gänseleber mehr verkaufen.