Dicker Bratspeck, warum eigentlich nicht?! | Migros Migipedia
Startseite

Dicker Bratspeck, warum eigentlich nicht?!

Dicker Bratspeck, warum eigentlich nicht?!

Sw1ssdude
Sw1ssdudevor 10 Monaten
Liebe Migros (und sämtliche anderen Grossverteiler....)

Warum ist Bratspeck in der Schweiz immer so elendig dünn aufgeschnitten?!? gibts da irgend ein Gesetz? oder können euere Maschinen nicht breiter? oder wollt ihr einfach nicht?!

Jedes mal, wenn ich eine anständige berner Rösti machen will, muss ich die (ebenfalls viel zu klein geschnittenen) Speckwürfeli nehmen, oder beim Speck für die Bernerplatte ein Stück zur Seite legen, um damit ordentliche Würfel zu schneiden, wie das der liebe Gotthelf vorgesehen hat (was viel zu selten passiert, da eine Bernerplatte sehr aufwändig ist und daher nur selten zubereitet wird).
Jeden Italiener trifft der Schlag, wenn er zusehen muss, wie wir hier in der Schweiz eine Carbonara mit Rahm 'zerstören', viel schlimmer finde ich, dass da elendig dünne 'Speckblättli' aus zerschnittenen, dünnen Speckstreifen verwendet werden müssen, welche sofort knusprig gebraten sind und dann nur noch traurig zerkrümeln... alles nur, weil speck so dünn geschnitten wird...

Macht doch bisseguet dickeren Speck. Also, neben den dünnen Scheiben dieselben Verpackungen mit dickeren Scheiben. Die Verpackungseinheiten sind gut bemessen, es braucht ja nicht grössere Speckmengen, aber dickere Scheiben. Ich habe euch die mühsame Testarbeit bereits abgenommen und kann bestätigen, dass 3mm dicke Scheiben ideal sind.

Für den BBQ-Speck im Sommer bringt Ihr es ja auch fertig, die Schnittbreite auf 10mm hochzufahren, warum also nicht mit normalem Bratspeck? Die Speckstäbli von der Migros sind ein Anfang, aber ich glaube an Euch, Ihr könnt das noch Besser!

Seid die ersten, die den Schritt wagen, liebe Migros-Metzger! Eure treue Kundschaft wird es euch danken!

9 Antworten

Letzte Aktivität vor 7 Monaten
  • M-Infoline
    moderator
    M-Infolinevor 9 Monaten
    Halls Sw1ssdude, vielen Dank für deine Nachricht. Es tut mir leid, dass du mit der Dicke nicht zufrieden bist. Die Bratspecktranchen und Speckwürfeli erfreuen sich in der von uns angebotenen Form einer grossen Beliebtheit. Uns war nicht bewusst, dass die Schnitte zu dünn sind. Gerne nehmen wir deinen Wunsch auf, um gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Wir empfehlen dir bei dieser Gelegenheit, das Fleisch an der bedienten Theke zu beziehen. Die Abteilung verfügt über eine Aufschnittmaschine. So kannst du die Produkte nach deinen Vorgaben zubereiten lassen. Liebe Grüsse, Tabea
  • Rehspecktabel
    Rehspecktabelvor 7 Monaten
    Guten Tag Tabea

    Ich kann Sw1ssdude nur zustimmen. Als Speckfanatiker wünsche ich mir ebenfalls Speck in einer gröberen Form.

    Die Aussage: "Die Bratspecktranchen und Speckwürfeli erfreuen sich in der von uns angebotenen Form einer grossen Beliebtheit." mag so schon stimmen aber bedenke, Speck ist ein Suchtmarkt. Beispiel: Wenn es nur gestrecktes Kokain auf dem Markt gibt, dann ist auch dieses sehr beliebt.

    Rehspecktabels Speckdefinitionen:

    - Speckbrösmeli: Speckquader mit Seitenlänge < 10mm
    - Speckwürfeli: Speckquader mit Seitenlänge > 10mm && < 25mm
    - Speckwürfel: Speckquader mit Seitenlänge > 25mm

    - Briefmarkenspeck: Speckscheibendicke < 5mm
    - Bratspeck: Speckscheibendicke > 5 mm
    - Bratspecktranchen: Fingerdick nach der Dudendefinition von Tranche.

    Speckbrösmeli und Briefmarkenspeckscheiben sind gut für Sauce oder zum Backen, aber für Puristen geben diese Formate zu wenig her. Wir wollen den guten Stoff!

    Speck Heil!
    Rehspecktabel



  • Finchy
    Finchyvor 7 Monaten
    Guter Punkt! Ich habe mir auch schon einen ganzen Mocken Speck gekauft und dann diesen selber tranchiert. Es braucht ein gutes Messer, klar. Und Speckreste friere ich ein. Ich friere eigentlich fast alles ein, auch wenn "Experten" davon abraten. Aber das ist ein anderes Thema...
  • Smallville14
    Smallville14vor 7 Monaten
    Ja dito hätte das auch gerne!
    Ich wundere mich immer wenn ich in US Serien/Filme diese fetten Dinger sehen und bin neidisch weil es das hier nicht gibt^^
  • schw1tzdude
    schw1tzdudevor 7 Monaten
    Zuerst: Ich stimme dem Anliegen voll und ganz zu.
    Um hier mal etwaige Verwirrungen aus dem Weg zu schaffen, werde ich über die Geschichte des dünnen Bratspecks in der Schweiz berichten.

    Bratspeck gibt es in dieser ähnlichen Form bereits seit etwa 4000 Jahren, erfunden hatten es wie üblich die Chinesen. Unter dem Ersten Römischen Reich entstanden dann neue Gerichte, bestehend aus von gepökeltem Schweinebauch umgewickelte Figen. Dazu wurde reichlich Wein konsumiert, doch der Hersteller von diesem Thread ist sich sicher über die Wirkung übermässigem Alkoholkonsum bewusst.

    Wie dem auch sei, ein Grund dafür, dass wir hier nur dünne Speckstreifen erhalten, ist, weil Schweinespeck in der Schweiz aus Lendenfleisch besteht, währenddessen der grosse Bruder USA, der natürlich kulinarisch Europa weit überlegen ist, Schweinebauch für sogenanntes "Bacon" benutzt. Ein pragmatischer Grund, weshalb Lendenspeck nicht so dick ist, ist die Tatsache, dass Lendenfleisch nur in dünnen Streifen überhaupt geniessbar ist. Ansonsten ist es ein bestialisch stinkendes Abfallprodukt.

    In der Schweiz herrschten im 16. und 17. Jahrhundert (wie noch heute) hauptsächlich der Kanton Zürich über die sogenannten "zugewandten Orte", wie zum Beispiel der ewige zürcher Untertan Rapperswil-Jona. Die Rapperswiler, zu dieser Zeit bekannt für ihre riesigen Schweinefarms, verwerteten ALLE Teile des Fleischs und erfreuten sich reger Kundschaft. Speziell die Graubündner Orte, damals bekannt als "Drei Ligen" oder auch bekannt als "Raetia" waren bekannt dafür, sehr viel Fleisch aus Rapperswil zu beziehen, hauptsächlich weil Schweine ab einer gewissen Höhe sich nicht mehr vermehren können. Die Graubündner waren damals, wie noch heute, bekannt dafür, das gesamte Tier zu verspeisen, manchmal ungekocht. Von Schweineafter zu Schweinekrallen war den Graubündner nichts zu Schade.

    Den Zürcher war jedoch diese Entwicklung ein Dorn im Auge, denn bald übertrafen die Rapperswiler Fleischhändler die Wirtschaftsmacht der Zürcher Handelsleute. Aus diesem Grund entsandete Zürich ein kleines Heer, geführt vom legendären General Hans Rudolf Werdmüller nach Rapperswil. Die Rapperswiler waren etwas überrascht, und waren für eine Belagerung komplett unvorbereitet. Da machte sich ein junger Mann namens Franz Josef Greith (der spätere Komponist des Rütilieds) bemerkbar und schlug vor, Öl brandheiss zu erhitzen, darin kleine Streifen Lendenfleisch zu tauchen, und diese dann noch kochend heiss um die Pfeile zu binden um die Zürcher mit improvisierten "brennenden" Pfeilen zu überraschen.

    Zwar ging die Taktik überhaupt nicht auf und die Rapperswiler mussten sich geschlagen geben. Zürcher Soldaten berichten von heiteren Momenten, "als das Speck vom Himmel fiel", und mehrere Quellen verweisen darauf, dass die Zürcher noch während der Belagerung den Speck von den Pfeilen ass. Dies ist übrigens auch der Ursprung von Grillfleisch.

    Werdmüller war jedoch von dieser Taktik und dem erfinderischen Geist des kleinen Rapperswil am Obersee so begeistert, dass sich das Lendenfleisch nun als Lieblingsbratfleisch im Mittelland entwickelte. Dies ging sogar so weit, dass Werdmüller das verarbeiten von Schweinebauch verbot.

    Nun sollte euch ziemlich klar sein, dass unsere dünnen Speckstreifen leider ein Überbleibsel der Geschichte ist und dass es nun höchste Zeit ist, die Konventionen rund um den Speckkonsum zu stürzen. Eine Wiedereinfuhr von Schweinebauchspeck ist unvermeidbar. Nun ist es Zeit, dass sich die Migros auf die gute Seite der Geschichte stell.
  • SPECKtakulaer1993
    SPECKtakulaer1993vor 7 Monaten
    Ich bin absolut der gleichen Meinung wie Sw1ssdude - es ist schon traurig, dass bei uns in der guten alten Migros nur diese dünnen Speck Schiibli oder die kleinen Würfeli zu finden sind. Natürlich verstehe ich es, dass davon ausgegangen wird, dass dieses Angebot auf grosse Beliebtheit stösst - gleichzeitig liegt das aber wohl auch daran, dass es sich hierbei oft um Hausmenschen handelt, welche oftmals auf für Kinder kochen.

    Vielleicht wäre es eine Erweiterung eures Angebots, welches auch mit einer Erweiterung der Kunden einhergehen würde. Speck Enthusiasten findet man überall in der Schweiz!

    Also, wenn schon Speck, dann auch richtig dick! Minimaler Aufwand und maximaler Ertrag!
    Ich freue mich auf ein SPECKtakuläres Angebot!
  • HanspeterHolzhacker
    HanspeterHolzhackervor 7 Monaten
    Werte Migros, werte Speckenthusiasten

    Schon seit geraumer Zeit habe ich nicht mehr so mit einer Aussage resoniert wie mit der von Sw1ssdude. Und wohl nicht nur ich...

    Bei unserer letzten Donnschtigs-Jass Runde kamen wir, 4 Renter aus dem Herzen des Glarnerlandes, auf das Thema Speck zu sprechen. Wir waren uns einig, dass Speck einfach nicht mehr das ist, was er einmal war! Heutzutage mit all diesen Food-Bloggern legt die Migros wohl mehr Wert auf Ästhetik als Geschmack. Im Namen unserer Jass Runde appelliere ich an Ihre Vernunft: Wir wollen dicken, saftigen Speck!

    Trotzdem noch ein gutes Wort zum Schluss: Die Migros Multivitamin Brausetabletten sind superb!!!
  • smartcoyote
    smartcoyotebearbeitet vor 7 Monaten
    Wenns Migros nicht kann/will, warum nicht zum Dorfmetzg/Metzg seines Vertrauens gehen und sich dort den Speck so zuschneiden lassen, wie man ihn gerne haben möchte?

    Die Migros Multivitamin Brausetabletten (ich nehme mal an, du meinst diese hier: https://produkte.migros.ch/actilife-multivit-orangen-aroma), sind gut, das stimmt. Aber die von Denner (Eigenmarke Denner) sind genauso gut und kosten erst noch 20 Tabletten ca. 90 Rp. Die Vitaminzusammensetzung und Prozentzahl ist dieselbe.
  • Sw1ssdude
    Sw1ssdudevor 7 Monaten
    Läck, wer hätte gedacht, dass andere Leute sich auch dickeren Speck wünschen..! Bleibt nur zu hoffen, dass wir bei der Migros Gehör finden.

    Ich wohne mitten in Zürich, da gibts einen Haufen Migros (nicht alle mit bedienter Fleischtheke), aber nicht so viele Metzgereien. Ausserdem hab ich das auch ausprobiert: dick geschnittener Speck scheint etwas derart unerhörtes zu sein, dass ich auch nach mehrmaliger Wiederholung meines Anliegens (Bratspeck, 3mm dick) entweder mit grünen Speck, Rohessspeck oder gar Brustspitzen aus der Metzg gegangen bin. Ich hätte ebensogut nach einem Stück Tofu fragen können...

    Es gibt vom Speck dünne Schibli, und es gibt dicke Stücke. Dazwischen gibts nichts... bis jetzt.